about

„Wenn das vermeintlich Schöne sein Leben ausgehaucht hat, beginnt meine Arbeit.“

Ophelia Beckmann fotografiert Natur in ihrem Zyklus oder auch Arrangements von Bouquets in voller Blüte bis zum Verfall. Der Prozess für ein Objekt dauert meist Jahre. Die Sträuße sind zum Teil mehr als 8 Jahre alt.  Im Laufe der Zeit verändert sich die Konsistenz der Pflanzen und nimmt eine neue Dimension von Schönheit an. Struktur, Form und Material verändern sich, werden zerbrechlich und stehen vor der Auflösung.

Die in diesem Prozess entstandenen Fotos verarbeitet O. Beckmann digital zu einem neuen Bild. Durch Ausschneiden und neues Zusammenfügen entstehen neue Bilder denen etwas Malerisches anhaftet. Es ist nicht mehr ersichtlich, ob es eine Fotografie oder ein gemaltes Bild ist. Eher zufällig lehnen sich die Ergebnisse an kunsthistorisch dokumentierte Kunstrichtungen an.

Dabei reflektiert O. Beckmann die Realität von Malerei, Fotografie und den Umgang mit digitalen Medien in der Kunst.

Seit 2018 stehen den Bildern Keramikobjekte aus dem japanischen Rakubrand gegenüber. Damit betritt die Künstlerin die Dimension in den Raum hinein.

„Meine Rakuobjekte sind eine Antwort auf die Serie „verzweigt“, die ausschließlich virtuell entstanden ist. Mit KI TO HI arbeite ich vom ersten Moment an real. Der Rakuton benötigt seine Zeit und seinen Raum. Zusätzlich bin ich mit den Elementen wie Feuer, Wasser, Luft und Erde tief verbunden. Diese Arbeit steht völlig im Gegensatz zu meinen digitalen Arbeiten. Dennoch korrespondieren sie in ihrer Zeichensprache. Raku bringt ähnliche Strukturen hervor wie das Geäst meiner verzweigten Arbeiten. Digitale Arbeiten werden erst mit dem Ausdruck der digitalen Datei real. Schließlich vereine ich mit KI TO HI, was Holz und Feuer bedeutet, eine uralte japanische Brandtechnik mit modernsten digitalen Techniken.“

Seit 2020 greift Ophelia Beckmann die Malerei wieder auf. Es entsteht der Zyklus „TAPES AND STRIPES“ und Tulip.

„Nichts passiert ohne den Einfluss des Vorangegangenen. Ausgehend davon, dass ein Anfang ein Stadium zwischen Vergangenheit und Zukunft bedeutet, setzt der Mensch den Punkt, indem er beginnt, ein Phänomen zu untersuchen.

Meine Bilder sind Stadien einer Aneinanderreihung vorangegangener Zustände des Wissens, Könnens und Experimentierens.

Das Ergebnis ist immer eine Folge der Auswahl des Mediums, des Wissens um das Vorangegangene und der Möglichkeiten, die ich in Bezug zueinander auslote.

Mein Thema ist die Natur, da sie so verlässlich unberechenbar ist.“

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English version

A story of time, wood and fire ….
„When the supposedly beautiful has breathed its last, my work begins.“

Ophelia Beckmann photographs nature in her cycle or arrangements of bouquets in full bloom to decay. The process for an object usually takes years. Some of the bouquets are more than 8 years old. Over time, the consistency of the plants changes and takes on a new dimension of beauty. Structure, shape and material change, become fragile and are on the verge of disintegration.

O. Beckmann digitally processes the photos taken in this process into a new image. By cutting out and reassembling, new images are created that have something painterly about them. It is no longer apparent whether it is a photograph or a painted image. Rather coincidentally, the results are based on art-historically documented art movements.

In doing so, O. Beckmann reflects on the reality of painting, photography and the use of digital media in art.

Since 2018, the paintings have been juxtaposed with ceramic objects from the Japanese Rakubrand. With this, the artist enters the dimension into the space.

„My raku objects are a response to the series „branched“, which was created exclusively virtually. With KI TO HI, I work real from the first moment. The rakuton takes its time and space. In addition, I am deeply connected with the elements such as fire, water, air and earth. This work is completely opposite to my digital works. Yet they correspond in their sign language. Raku produces similar structures as the branches of my branched works. Digital works become real only when the digital file is printed. Finally, with KI TO HI, which means wood and fire, I combine an ancient Japanese firing technique with cutting-edge digital techniques.“

Since 2020, Ophelia Beckmann has taken up painting again. The cycle „TAPES AND STRIPES“ and Tulip are created.

„Nothing happens without the influence of what has gone before. Starting from the fact that a beginning means a stage between the past and the future, man sets the point by beginning to investigate a phenomenon.

My paintings are stages of a succession of previous states of knowledge, skill and experimentation.

The result is always a consequence of the choice of medium, the knowledge of what has gone before, and the possibilities I explore in relation to each other.

My subject is nature because it is so reliably unpredictable.“